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Intellektuelles Kapital effizient nutzen

Intellektuelles Kapital

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Intellektuelles Kapital effizient nutzen

Der Konkurrenzkampf der Unternehmen auf einem globalisierten Markt wird immer härter. Neben „harten“ Faktoren, die sich in der Bilanz niederschlagen, sind „weiche“ Faktoren ein wichtiges Kriterium, um ein Unternehmen erfolgreich führen zu können.

Der Konkurrenzkampf der Unternehmen auf einem globalisierten Markt wird immer härter. Neben „harten“ Faktoren, die sich in der Bilanz niederschlagen, sind „weiche“ Faktoren ein wichtiges Kriterium, um ein Unternehmen erfolgreich führen zu können. Weiche Faktoren sind dabei nicht explizit darstellbar, sondern gesondert bewertet. Im Folgenden soll daher eine Beschreibung und Abgrenzung des intellektuellen Kapitals erfolgen.

Was versteht man unter intellektuellem Kapital?

Die Bilanz eines Unternehmens gilt im Allgemeinen als Grundlage zur Bemessung des Unternehmenswertes. Dabei unterscheidet man zwischen Aktiva und Passiva, wobei beide Seiten ausgeglichen sind. Die Aktiva beschreiben die Mittelverwendung, wobei z.B. bei produzierenden Unternehmen der Materialwert einen großen Posten einnimmt. Andere Posten, die häufig einen großen Anteil einnehmen, sind der Wert der Immobilien oder die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Des Weiteren können ebenfalls immaterielle Vermögensgegenstände, wie der Markenwert oder Patente, aktiviert werden. Die Aktivierung immaterieller Vermögensgegenstände ist dabei immer vom Einzelfall abhängig und die Bewertungshöhe ist aufgrund des immateriellen Charakters schwierig. Daher können einige Werte des Unternehmens nicht in der Bilanz berücksichtigt werden, obwohl sie faktisch einen großen Wert für das Unternehmen darstellen. Die Differenz zwischen Buchwert und Marktwert des Unternehmens wird daher als intellektuelles Kapital bezeichnet. Darunter fallen das Wissen der Mitarbeiter, die Kompetenz der Führungskräfte oder auch das Unternehmensnetzwerk. Generell kann das intellektuelle Kapital in die drei Kategorien Humankapital, Strukturkapital und Beziehungskapital unterteilt werden.

Humankapital

Die Summe der erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeiter wird als Humankapital bezeichnet. Humankapital kann durch Investitionen in Bildung bzw. Weiterbildung oder durch praktische Tätigkeiten erworben werden. Der Theorie des Humankapitals liegt zugrunde, dass Mitarbeiter ebenso ein wichtiger Produktionsfaktor sind wie z.B. Maschinen. Gerade durch die steigende Bedeutung des Dienstleistungsanteils an der Gesamtwirtschaft wird deutlich, dass der Mitarbeiter als Produktionsfaktor an Bedeutung gewinnt. Motivierte und fähige Mitarbeiter sind dabei eine wichtige Grundlage, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Denn nur durch die aktive Mitarbeit der Arbeitnehmer kann die Innovationskraft gesteigert werden. Als eines der ersten großen Unternehmen fokussierte sich Toyota auf die Innovationskraft der eigenen Arbeitnehmer. So sind vor allem die Arbeiter, die am Produktionsprozess beteiligt sind, diejenigen, die am meisten Verbesserungsvorschläge einbringen und langfristig die Kosten des Unternehmens senken.

Strukturkapital

Strukturkapital ist das explizite Ergebnis des Humankapitals. Während Humankapital zunächst als implizites Wissen verfügbar ist, ist das Strukturkapital in Form von Patenten, Lizenzen oder Verbesserungen tatsächlich im Unternehmen eingegangen. Wichtig ist hierbei, dass das Wissen der einzelnen Mitarbeiter in expliziter Form ausformuliert wurde, um dem gesamten Unternehmen zur Verfügung zu stehen. Dies sollte dabei so einfach wie möglich und so komplex wie nötig erfolgen, um keine langen Einarbeitungszeiten zu verursachen. Ebenso kann die Einbindung in ein Innovationsnetzwerk als Beziehungskapital angesehen werden, da durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen Kostenvorteile generiert werden können.

Beziehungskapital

Als dritte Säule des intellektuellen Kapitals ist das Beziehungskapital anzusehen. Sie beschreibt den Wert des Unternehmens mit seinen Kunden und Lieferanten. Insbesondere für neue Unternehmen ist der Aufbau von Unternehmensverbindungen wichtig, um gegenüber den Konkurrenten bestehen zu können. Eine Vertrauensbasis der einzelnen Geschäftspartner erfordert eine langjährige positive Arbeitsatmosphäre, weshalb diese gerne als Beziehungskapital bezeichnet wird. Ebenso kann die Einbindung in ein Innovationsnetzwerk als Beziehungskapital angesehen werden, da durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen Kostenvorteile generiert werden können.

Effiziente Nutzung des intellektuellen Kapitals

Das intellektuelle Kapital wird in der öffentlichen Betrachtung der Stärke eines Unternehmens häufig vernachlässigt, da sein Wert nur schwer in Geldeinheiten auszudrücken ist. Dennoch ist der Auf- bzw. Ausbau des intellektuellen Kapitals für ein Unternehmen essenziell, um langfristig am Markt bestehen zu können. Aus diesem Grund sind der Aus- bzw. Aufbau sowie die Organisation des intellektuellen Kapitals eines Unternehmens immer häufiger Bestandteil der Leistungen einer Unternehmensberatung. Dabei wird vor allem darauf abgezielt, die Innovationskraft durch spezielle Kreativitätstechniken zu fördern, da angesichts hoher Bürokratiehürden in deutschen Unternehmen viele Innovationen der Mitarbeiter bereits im Ansatz abgewürgt werden. Dies führt nicht nur zu einer sinkenden Innovationskraft, sondern zu einer steigenden Demotivation der Arbeitnehmer. Nutzt man als Unternehmen sein intellektuelles Kapital effizient aus, können derartige Negativentwicklungen jedoch weitgehend vermieden werden.

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